Wunschhege

Hinderungsgrund

So oft schon wollte
ich mich
in die Büsche schlagen
oder doch gleich
in die Wälder :
ein Schatten unter
Schatten sein,
ein Rascheln im Rauschen,
diese Wege nicht
mehr weitergehen, die
mich ins Heimatlose führen,
und kein
flüchtiges Lächeln mehr
erwidern, das
mich nicht halten will
und kann.
Und wollte doch nicht wissen,
daß ich einsam bin.

© Jost Renner

Segenswunsch

Gesegnet
seien die Heimatlosen,
in deren Blick
das vage Zwielicht
des Herbstes schon dämmert,
deren Stimme spröde ist
wie welkes Laub,
das allzu bald fallen muß,
die in den Sälen
ihrer Herzen ruhelos wandern
und nichts anderem begegnen
als dem Hall ihres Schritts.
Gesegnet
seien die Heimatlosen,
denn ihr Winter wird groß.

© Jost Renner

Pierrot

Pierrot, Du bist ein
sanfter Gespiele des Mondes,
der Du die Sonne nicht kennst.
Du beweinst eine Blume,
bis ihre Blüte sich öffnet
und nennst sie dann Sehnsucht.
Ihr Duft läßt Dich träumen
daß einst eine Sonne Dich wärme.
Ach, Pierrot,
da all Deine Hoffnungen sterben,
hoffst Du auf’s Neue und lebst.

© Jost Renner