Krisenstimmung

Was aber
weiß ich denn vom Krieg ?
Ich wuchs auf
in friedlichen Zeiten,
da war er
nichts als ein Narbengewebe
unserer Städte,
da gab es nur Bilder aus
fernen Ländern
und noch fernerer Zeit.

Spreche ich
aber von unseren Tagen,
begegnet mir
in manchen verborgenen Winkeln
der Sätze
dieses dunkle Wort als
ein Gespenst,
als soll es mich mahnen.

Träume ich,
dann höre ich in den Reden
Klageschreie
von sterbenden Kriegern.
Ich sehe
die Völker unruhig werden
und brodeln,
als seien sie auf ein Feuer gesetzt
und schlügen
blutig platzende Blasen.

Es wächst
in diesen Träumen ein giftiges Kraut
und wuchert
hinein in meine friedlichen Tage :
ich nenne es Furcht.

© Jost Renner

3 Kommentare

  1. Starke Zeilen, die mich bewegen und nachdenklich stimmen, weil auf der einen Seite ist die Furcht und was ist auf der anderen? der Haß, die Wut und Trauer oder gerade die Unfähigkeit dazu? lg

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  2. Lieber Jost, nach wie vor verfolge ich deine Zeilen. Verstetigt und mit Gewinn für mein scheinbar so turbulentes Dasein. Ganz stark, was deine Texte auslösen können, und oftmals eine Seelenverwandtschaft aufzeigend, die zu untermauern man in einem Kneipengespräch nie imstande gewesen wäre. Meine allerbesten Wünsche an dich. VFL

    Gefällt 1 Person

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