Formationsflug

Du fragst,
wo die Wörter wohnen.
Nicht in mir.
Sie nisten tief im Dickicht
der Welt,
verbergen sich im Blattwerk
der Stunden.
Sie fliegen hoch hinauf in
den Himmel
und wissen, den dunklen Leben
zu folgen,
als seien es mäandernde Flüsse.
Sie stürzen
hinab in Strudel, in Herzen
und fangen
glückssilbernen Fische, nähren
sich von Blut,
das stetig und schwer allem
Unglück entströmt.
Ich warte auf sie, denn ich
vermag es, sie
durch mein Schweigen zu zähmen,
bis sie dann –
meiner müde geworden – auffliegen
in einer
geordneten Schar und lesbar werden
am Himmel.

© Jost Renner

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