Trübe Tage

Gegen das Grau dieses Himmels
haben die Bäume ihr Leuchten verloren
und wurden ganz unscheinbar.
Das Pflaster der Wege überzieht wie
eine grobporige Haut meine Stadt
und dürstet vergebens nach Regen.
In manch fernem Fenster brennt Licht,
als seien Menschen in Seenot geraten
in der schweren Dünung der Tage.
Es stellt sich die Frage nach Hoffnung –
vielleicht bleibt mir nur, daß ich schreibe,
als wüßte ich, eine Antwort zu geben.

© Jost Renner