Vollkommen Du

An manchen Tagen läßt Du
Dich von der Sonne blenden,
bis in Dir die Welt verbrennt.
Und doch eilst Du ihr vergeblich nach,
um sie am Untergang zu hindern.
Leise kehrst Du dann heim mit
blutend wundgeschürfter Seele.
In manchen Nächten seh ich Dich,
und Du jonglierst mit hellen Sternen,
von denen nicht selten einer sich
in dunkler Unendlichkeit verliert.
Weit nach Mitternacht hör ich Dich singen,
als könntest Du den Traumwolf zähmen,
der im Gedankendickicht lauert.
Du verfichst das Recht auch gegen Dich,
als wolltest Du Dich verurteilt sehn.
Du warnst mit grellen Schildern vor Dir selbst,
hinter denen Du kauernd Dich verbirgst.
Du lachst und tust unendlich wohl;
Du weinst und verabreichst Schmerz.
Du bist Welt und Himmel, Du bist Mensch
und bist für mich vollkommen Du.

© Jost Renner

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