Traumwölfe

Zu später Stunde brechen
Traumwölfe aus düsterem Dickicht.
Ihr einstiger Gott, der Mond,
hat sich, mattsilbern gerüstet, im
Nachtschwarz des Himmels verloren.
Lautlos trottet das dunkle Rudel durch
die verlassenen Straßen der Stadt
und sucht witternd Trauer und Angst,
die sich in Deinen Träumen verbergen.
Da stellen sie schon den zagenden Schlaf
und zerreißen ihn in zerfransende Fetzen,
bis jeder Traum in Deine Seele blutet
und sich giftig – faulend dann zersetzt

© Jost Renner