Schattenspiel

Für G.

Nacht, Du sanftes Tier,
bleib bei mir
und gürte mich mit Sternen.
Und Du, vertrauter Mond,
verleih mir dunklen Zauber,
verbirg, daß ich – wie
meine Heimstatt einst – zerfiel.
Stille, weise mir den Weg
in die unbekannten Tage,
in denen sie als Königin
über meine Träume herrscht.
Denn dorthin muß ich ziehn,
um einmal nur das Antlitz
der wärmenden Sonne zu schaun.
Vielleicht darf ich bleiben
als dunkles Tier,
das mit der Weisheit der Schatten
brennende Glut zu lindern vermag.
Mag aber sein, daß ich –
wie ich bin – nicht genüge :
Dann, Mond, verdunkle Dich schnell,
dann, Stille, rufe mich laut.
Und, Nacht, Du bissiges Tier,
verschlinge mich, gib
mir, ein weiteres Mal, Heimat.
Eine diamantene Träne,
in die sich das Bild der Liebsten brannte,
wird mir fortan dann leuchten.

© Jost Renner

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