Forscherdrang

Für G.

Ich mache mich also auf
in ein Land,
das sich hinter den
blauen Seen erstreckt.
Das ein anderes ist
als das, das ich kannte.
Wenig weiß ich,
wenig werde ich wissen
am Ende der Reise.
Gehört habe ich
von den Aber – Bergen,
von einem traurigen Kind,
das den Himmel zwingt,
und die eigenen Träume richtet.
Ich meinte, lauen Wind zu spüren
noch jenseits der Grenze
und in mir klangen leise
die Rufe unscheinbarer Vögel,
die dort ihren Nistplatz haben.
Ich hoffe –
sei sie auch umschlossen von
sich zeitweise türmenden Wassern –
auf eine Insel der Worte,
auf der sich Welt und Fabel mischen
zu einem erkennbaren Bild.
Ungeschützt werde ich reisen,
nur den Sinnen vertrauen
und einem Mantel, den ich
breiten will über
in den Nächten erkaltenden Grund.
Und weiß doch auch um
vielleicht giftiges Grün,
das in Spalten wachsen mag,
um unwirtlich erstarrtes Gebiet.
Und doch :
hier kann Heimat werden oder
eine das Leben prägende Reise,
die dem Wort Erinnerung
einen eigenen, stillen Sinn verleiht.
Nicht Angst, Behutsamkeit sei mein Begleiter,
damit das Land ungestört blühe
und Wege öffne dem Wanderer.
Und da ich aufbreche : haltet mich nicht,
mein Herz will die Fremde lieben.

© Jost Renner

 

Inspiriert durch „Behind Blue Eyes“ von „The Who“.

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